Lisa Ajtay
Der Duft des Westens, 2011

07.05. - 18.06.2011

Das Werben ist so alt wie die Menschheit. Von der Suche nach dem richtigen Partner im Rahmen einer natürlichen Überlebensselektion bis hin zum Werben für Objekte des Alltags. 

Unmengen von Produkten überfluten den Markt, mit dem einzigen Ziel das Leben des Besitzers zu erleichtern, ihm ein Glücksgefühl mit dem Kauf des umworbenen Produktes zu schenken. Ein Bedürfnis auszulösen, um es schließlich zu stillen. Oft geschieht dies in einem zufälligen Erfassen eines Slogans auf den Plakatwänden des städtischen Alltags - der Blick verweilt vielleicht nur Sekunden - und löst dabei unbewusst bereits ein Verlangen aus. 

Diese unbewusste Wahrnehmung hat Lisa Ajtay in bewusste Wahrnehmung umgewandelt. Drei Jahre lang hat sie auf ihren Wegen durch die Städte des Ruhrgebiets Slogans auf sich wirken lassen, notiert und archiviert. Einige der Plakatwände hat sie fotografisch festgehalten. Die Fotografien sind bei Nacht entstanden. Es wurden lediglich prägnante Plakatwände, die zusätzlich erleuchtet sind und in der Dunkelheit versuchen durch ihr strahlendes Licht in unser Bewusstsein einzudringen, ausgewählt. Plakatwände, die Sehnsucht, Freiheit und Glück suggerieren. Bedürfnisse, die gestillt werden möchten, die uns zu Jägern macht.

Lisa Ajtay hat in ihrer Arbeit Der Duft des Westens untersucht, was in dem Betracher ausgelöst wird, wenn das beworbene Produkt ausgeblendet, man aber trotzdem mit dem Slogan konfrontiert wird. Der ursprüngliche suggestive Charakter wird supprimiert. Durch den autonomen Slogan - den Fürbitten der Werbeindustrie - und der Ästhetik der Fotografien wird die Aussage auf eine andere Ebene transfomiert. Der Betrachter muss seiner eigenen Sehnsucht eine Form verleihen. Für sich selbst Antworten finden. Oder sind wir von der Werbewelt so beherrscht und geprägt, dass wir die Slogans direkt einer bestimmten Werbung zuordnen können? Lisa Ajtay zeigt nicht mit dem ermahnenden Zeigefinger auf die Konsumgesellschaft, sondern gesteht dem Betrachter sehr viel Raum zu - mit einer großen Portion Ironie und Humor.

 

Öffnungszeiten:
Freitag & Samstag 16 bis 18 Uhr und nach Vereinbarung.

Vernissage am 07.05.2011 ab 16 Uhr.